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Tragische Rolle des DGB oder Antikommunismus muss drin sein!
Im Jahre 2008 steht der Internationale Kampftag der Arbeiterklasse in Deutschland im Zeichen von harten Arbeitskämpfen. Nach Jahren der Lethargie, des Mitgliederrückgangs und der politischen Stagnation sind zumindest Teile des Überbaus zur Auseinandersetzung mit dem Kapital bereit, auch wenn in nicht wenigen Fällen erst die Angst um den gutdotierten Job in den Chefetagen der Gewerkschaften seine hoffentlich, heilende Wirkung getan hat.
Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben, die Arbeiterklasse in diesem Land, hat durch zahlreiche Aktionen gezeigt, dass sie kampfbereit ist. Das die sozialdemokratisch geprägte DGB -Führung das neue Selbstbewusstsein der Kolleginnen und Kollegen unter Kontrolle halten will, verdeutlicht der Aufruf zum Kampftag.
Das Motto lautet "1. Mai 2008 - gute Arbeit muss drin sein" !
Gefordert wird "gute Löhne müssen drin sein" sowie kräftige Reallohnerhöhungen und ein unterer gesetzlicher Stundenlohn von 7,50 €. Leider haben jedoch viele Gewerkschaftsvertreter in den vergangenen Monaten Lohnabschlüssen zugestimmt, die einen weiteren Reallohnverlust bedeuten und diese mageren Abschlüsse dann als "das Machbare" verkauft. Bei dem vom DGB als unterste Lohngrenze favorisierten 7,50 Euro
müsste ein Mensch mit dem Geburtsjahr 1963 über 71 Jahre lang arbeiten um eine Rente oberhalb der Grundsicherung (z.Zt. ca. 640 Euro) zu erhalten und auch die von der PDL (Partei Die Linke) geforderten 8,00 EURO würden 67 Jahre Arbeit erfordern, um die Grundsicherung zu überschreiten. Also, nach der Abnabelung aus dem Mutterleib streben die Gysi Sozialisten ein "Durcharbeiten" bis 67 an, um anschließend die verdiente Grundsicherung zu erhalten.
Der DGB, in dem trotz GDL, Marburger Bund, Cockpit u.a. noch immer mehr als 90% der gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen vertreten sind, will die Rente mit 67 zur nächsten Bundestagswahl im Jahre 2009 zum Thema machen.
Wahrscheinlich wird das Thema jedoch auslaufen, nachdem, wie bei der Schröderschen Agenda 2010 der Dampf rausgelassen wurde, um die Machtansprüche der SPD nicht zu gefährden. Die SPD hat mit ihrer Agenda 2010 auf jeden Fall für massenhafte Altersarmut in der Zukunft gesorgt.
Nicht nur bei den Vorschlägen für Armutslöhne mit garantierter Altersarmut, sondern auch bei der Ausgrenzung von aktiven Kommunistinnen und Kommunisten haben die SPD und die zweite Sozialdemokratische Partei, die PDL, viele Gemeinsamkeiten mit der Chefetage des DGB und auch einigen Einzelgewerkschaften.
Während DGB und SPD bereits beim Verbot der KPD im Jahre 1956 praktisch nichts unternahmen, um die betroffenen Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, setzte die SPD mit dem Berufsverboten in den 70er und 80er-Jahren neue Maßstäbe für Verfolgung und Überwachung.
Übrigens: Weder die in den 50er-Jahren teilweise jahrelang inhaftierten Genossinnen und Genossen der KPD, noch die Berufsverbotsopfer, haben bis heute auch nur einen Cent Wiedergutmachung erhalten. Wie die folgenden Beispiele zeigen, setzten der DGB und die PDL auch in jüngster Zeit auf neue Methoden bei der Ausgrenzung von Kommunistinnen und Kommunisten. Neben dem Aufruf zum ersten Mai hat der DGB auch einen Aufruf zum Gedenken an den zweiten Mai 1933 verfasst.
Unter der Zwischenüberschrift "tragische Rolle einiger Gewerkschaftsfunktionäre" heißt es zunächst durchaus selbstkritisch. "Steigbügelhalter der Nazis waren Parteien, Politiker und nicht zuletzt Wirtschaftsführer, die damit bleibende Schuld auf sich geladen haben. Es gehört zur Tragik unserer Geschichte, dass auch manche Gewerkschaftsfunktionäre anfangs geglaubt hatten, sie könnten mit den Nazis zum Wohl der Arbeiterschaft zusammenarbeiten. Noch den 1. Mai 1933 haben manche mit den Nazis gemeinsam begangen". Die Nazis haben Gewerkschaftsfunktionäre, unabhängig von Ihrer Weltanschauung, eingekerkert, gefoltert und ermordet.
Aber nicht wenige Funktionäre haben auch nach dem zweiten Mai 1933 weiter mit den Nazis zusammengearbeitet und z.B. in der Deutschen Arbeitsfront Karriere gemacht. Bei den letzten, nur noch teilweise freien Wahlen, zum Reichstag am 5. März 1933 erhielten die Arbeiterparteien SPD und KPD zusammen 201 Mandate (SPD 120 und KPD 81) und viele dieser Mandatsträger waren auch Funktionäre des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) oder der RGO (Revolutionäre Gewerkschafts- Organisationen). Es wurden zunächst die Kommunisten verboten und verfolgt, aber auch viele standhafte Sozialdemokraten entgingen anschließend dieser Tortur nicht.
Zur Gedenkfeier des DGB am 2. Mai 2008 in der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg sind jedoch, trotz des Leitgedankens der Einheitsgewerkschaft, keine Kommunisten eingeladen.
Stattdessen reden die Ex - Minister Blüm (CDU) und Müntefering (SPD) und die Vertreterin der jüdischen Gemeinde Knobloch. Ist der Hass auf die Kommunisten oder der Anpassungswille wirklich so groß, dass Michael Sommer als Vertreter des DGB keine Achtung vor den kommunistischen Opfern zulassen will, oder ist er der Meinung, dass Norbert Blüm als Vertreter der "historischen Arbeiterpartei CDU" dort am rechten Platz ist, weil er einen kommunistischen Großvater hatte.
Dass der rechte Sozialdemokrat Müntefering das Wort erhalten soll, dürfte nicht nur denen, die dank seiner aktiven Mittäterschaft, auf die Hartz IV-Almosen für Langzeitarbeitslose angewiesen sind, bitter aufstoßen. Dazu passt es denn auch, wenn dem Berliner DGB selbst am Jahrestag der Zerschlagung der deutschen Gewerkschaftsbewegung nichts Besseres einfällt, als einen Informationsstand der "AG Betriebe und Gewerkschaften" der DKP - Berlin zum 1. Mai, nicht zu genehmigen. Einige hoffen offenbar, dass sie mit einem primitiven Antikommunismus schneller die Karriereleiter emporkriechen können.
Dies gilt auch für jene Funktionsträger in der PDL, die den Einzug der DKP - Frau Christel Wegner in den niedersächsischen Landtag zum Anlass nahmen, um die Ab- und Ausgrenzung von Kommunisten zu fordern. Dabei war ihnen auch völlig egal, dass die angeblichen Äußerungen der Abgeordneten eigentlich nur die "Ente" einer Nachrichtenagentur waren, die diese Agentur aus einem Interview mit Panorama "herausinterpretiert" hatte.
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