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Solidaritätserklärung an die streikenden Kolleginnen und Kollegen aus dem Gebäudereiniger-Handwerk
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Euer Mut, Eure Standhaftigkeit und Eure Siegeszuversicht verdienen Anerkennung und Unterstützung. Ihr habt Euch weder den Drohungen der Bosse noch den Beschimpfungen durch einige Medien gebeugt, sondern euren unbefristeten Erzwingungsstreik fortgesetzt. Die gerne als „soziale Arbeitgeber“ auftretenden Herren haben Ihr wahres Gesicht gezeigt, indem Sie Euch eine „Lohnerhöhung“ im Wert eines halben Brötchens angeboten haben. Euer Kampf für ein besseres, menschenwürdiges Leben verdient die uneingeschränkte Unterstützung aller anständigen Menschen in diesem Land !
Mit dem Urabstimmungsergebnis von 96,7 Prozent für einen unbefristeten Streik habt Ihr deutlich gemacht, dass das Gerede von der sogenannten Sozialpartnerschaft nur denjenigen nützt, die nicht von Hungerlöhnen leben müssen.
Die äußerst niedrigen Löhne in der Branche sind auch ein Ergebnis der sogenannten Agenda 2010 mit den Hartz – Gesetzen, denn dadurch soll „jeder zumutbare Lohn“ von den Kolleginnen und Kollegen akzeptiert werden. Diesem Druck und dieser Angst habt Ihr widerstanden! Die von Euch geforderten 8, 7 Prozent können ein erster Schritt sein, um zu armutsfesten Löhnen zu kommen. Notwendig ist jedoch ein dauerhafter Lohn von mindestens 10 Euro, damit Ihr im Alter trotz jahrzehntelanger, harter Arbeit nicht auf eine Rente in Höhe der Regelsätze bei Hartz IV angewiesen seid.
Ihr beseitigt Tag für Tag den Dreck anderer Leute und zum Dank werdet Ihr von gewissenlosen Ausbeutern auch noch bedroht und beschimpft.
Ihr seid nicht Menschen „zweiter Klasse“, sondern klassenbewusste, kämpferische und zurecht stolze Kolleginnen und Kollegen.
Antwort von Rainer Knerler, Regionalleiter Berlin-Brandenburg der IG BAU, 29.10.2009
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